Rück- und Ausblick – 1. Halbjahr 2017

Die Wolken steigen immer höher in den Himmel. Ein starker Wind in den Himmel. Ein starker Wind setzt ein. Erste Blitze entladen sich. Und plötzlich bricht ein heftiges Sommergewitter herein: Hagel zerstört Ernten, Bäume ächzen und krachen im Wind, Felder und Keller werden überflutet. Der neue Sonnenschein wird uns die Schäden lange vor Augen halten.

Ähnlich kann es demnächst auch an den Finanzmärkten stürmisch werden: Das Potenzial für eine Entladung ist sehr hoch. Gerne geben wir Ihnen einen Einblick in unsere Lagebeurteilung; ohne Anspruch genauer als der Wetterbericht zu sein…

Konjunkturelle Ausgangslage
Vielfach ist zu lesen, dass sich die wirtschaftliche Erholung fortsetzt, wenn auch auf tiefem Niveau. Der grösste Wachstumsfaktor ist in den europäischen Staaten jedoch nach wie vor bei den staatlichen Ausgaben auszumachen (vor allem beim Gesundheitssektor).

Der Privatkonsum ist – wie schon seit fast zehn Jahren – immer noch auf einem sehr hohen Niveau. Ein wirklicher Aufschwung wäre aber nach Definition erst auszumachen, wenn die Investitionen in Industriegüter steigen würden. Trotz des Trump-Effektes (Ankündigungen von staatlichen Investitionen, wie Ausbau der Infrastruktur oder der Mauerbau zu Mexiko) ist die Investitionstätigkeit immer noch unbefriedigend tief. Zumindest kann das Fed (US-Notenbank) mit ganz kleinen Zinsschritten versuchen, die gewaltige Geldmenge wieder zu reduzieren. Übrigens: Das Experiment einer tiefgreifenden Steuersatzreduktion zur Ankurbelung der Wirtschaft wurde bereits von Ronald Reagen gewagt – mit dem Ergebnis gewaltiger Budgetdefizite für den US-Staatshaushalt. Die Europäische Zentralbank wird hingegen die expansive Geldpolitik nicht beenden wollen/können. Die Südstaaten, welche sechs von zehn Sitzen im EZB-Rat halten, sind schlicht nicht in der Lage, höhere Zinssätze für ihre Schuldenberge zu bezahlen. Die Niedrigzinsen verbunden mit der Inflation in Nordeuropa werden dazu führen, dass der «reiche» Norden via Geldentwertung die Schulden des Südens letztlich doch tragen wird. Ein Silberstreifen ist in Frankreich erkennbar, wo endlich die notwendigen Strukturreformen von der neuen Regierung angegangen werden.

Noch keine Kommentare bis jetzt

Einen Kommentar schreiben

Du musst angemeldet sein um hier zu kommentieren